Kleine Stacheln, große Sorgen: Warum Igel im Herbst unsere Hilfe brauchen

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Warum unsere stacheligen Gartenbesucher Unterstützung brauchen
Wenn die Blätter fallen und die Nächte kälter werden, beginnt für Igel eine besonders wichtige Zeit. Bevor sie sich in den Winterschlaf zurückziehen, müssen sie ausreichend Energiereserven aufbauen. Doch die Suche nach Nahrung wird zunehmend schwieriger.
Weniger Insekten, versiegelte Flächen, aufgeräumte Gärten und gefährliche Straßen machen den kleinen Wildtieren das Leben schwer. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat den Westeuropäischen Igel deshalb 2024 erstmals als „potenziell gefährdet“ eingestuft.
Das bedeutet: Die Art ist noch nicht als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft, ihr Rückgang ist aber ein ernstes Warnsignal.
Die gute Nachricht? Du kannst helfen, selbst wenn du noch nie einen Igel in deinem Garten gesehen hast.
Warum der Herbst für Igel so entscheidend ist
Igel sind überwiegend nachtaktiv und ernähren sich hauptsächlich von Insekten und anderen wirbellosen Tieren. Dazu gehören beispielsweise Käfer, Raupen und Larven.
Im Herbst wird diese Nahrung zunehmend knapper. Gleichzeitig müssen die Tiere genügend Fettreserven für den Winterschlaf anlegen. Besonders junge oder geschwächte Igel können dabei Schwierigkeiten bekommen.
Doch nicht jeder Igel, der im Herbst unterwegs ist, benötigt menschliche Hilfe. Gesunde Tiere sollten weiterhin möglichst selbstständig nach Nahrung suchen können.
Igel füttern: Was gehört auf den Speiseplan?
In nahrungsarmen Zeiten, insbesondere im Spätherbst, kann eine zeitweise Zufütterung sinnvoll sein.
Geeignet sind beispielsweise:
- Hochwertiges Katzennassfutter mit hohem Fleischanteil, ohne Zucker und möglichst ohne Getreide
- Speziell geeignetes Igelfutter mit einem hohen Anteil tierischer Bestandteile
- Ungewürztes, vollständig durchgegartes Rührei
- Kleine Mengen gegartes, ungewürztes Fleisch
Das solltest du niemals anbieten:
- Milch oder Milchprodukte
- Brot und andere Backwaren
- Obst und Gemüse
- Nüsse und Rosinen
- Gewürzte Essensreste
Auch wenn Igel häufig unter Obstbäumen zu sehen sind, interessieren sie sich dort meistens für die Insekten rund um das Fallobst.
Wichtig: Eine dauerhafte Fütterung ersetzt keinen natürlichen Lebensraum. Am meisten hilfst du Igeln, wenn sie in deinem Garten selbst ausreichend Nahrung finden können.
Wo solltest du das Igelfutter aufstellen?
Der richtige Standort ist mindestens genauso wichtig wie das Futter selbst.
Ein guter Futterplatz sollte ruhig, geschützt und für Igel leicht erreichbar sein.
Darauf solltest du achten:
1. Geschützte Ecken bevorzugen
Ein Platz unter einer Hecke, nahe einem Gebüsch oder an einer ruhigen Gartenecke eignet sich besonders gut. Dort fühlen sich Igel weniger ungeschützt.
2. Nicht direkt neben Mülltonnen füttern
Auch wenn Igel gelegentlich in der Nähe von Mülltonnen nach Nahrung suchen, ist das kein idealer Futterplatz. Müll kann Ratten und andere Tiere anlocken und birgt Verletzungsrisiken. Besser ist eine separate, saubere Futterstelle in einer geschützten Ecke.
3. Ein Futterhaus verwenden
Ein kleines Futterhaus mit igelgerechtem Eingang schützt die Nahrung vor Regen und erschwert anderen Tieren den Zugang.
4. Erst am Abend füttern
Stelle das Futter möglichst in der Dämmerung bereit. Entferne übrig gebliebene Reste am nächsten Morgen und reinige die Futterschalen täglich.
5. Frisches Wasser nicht vergessen
Eine flache, standsichere Wasserschale ist besonders wertvoll und kann auch unabhängig von einer Fütterung angeboten werden.
Noch keinen Igel gesehen? So kannst du trotzdem helfen!
Du musst nicht warten, bis ein Igel vor deiner Haustür steht. Schon kleine Veränderungen im Garten können einen großen Unterschied machen.
1. Lass eine wilde Ecke stehen
Laub, Reisig, Totholz und heimische Pflanzen bieten Igeln Schutz und schaffen Lebensräume für ihre natürlichen Beutetiere.
2. Schaffe Durchgänge zwischen Gärten
Igel legen nachts weite Strecken zurück. Kleine Öffnungen in Zäunen ermöglichen es ihnen, auf Nahrungssuche von Garten zu Garten zu wandern.
3. Verzichte auf nächtliche Mähroboter
Igel flüchten bei Gefahr häufig nicht, sondern rollen sich zusammen. Das kann bei Begegnungen mit Mährobotern zu schweren Verletzungen führen.
4. Biete einen sicheren Unterschlupf
Ein Igelhaus an einem ruhigen, trockenen und geschützten Platz kann als Rückzugsort dienen. Auch ein ungestörter Laub- oder Reisighaufen ist wertvoll.
5. Verzichte möglichst auf Pestizide
Insekten sind die natürliche Nahrungsgrundlage der Igel. Wer sie schützt, unterstützt damit auch unsere stacheligen Gartenbewohner.
Igel gefunden: Wann braucht er wirklich Hilfe?
Nicht jeder Igel, den du entdeckst, muss gerettet werden. Ein gesunder Igel, der nachts aktiv auf Nahrungssuche ist, sollte grundsätzlich in Ruhe gelassen werden.
Es gibt jedoch Warnzeichen, bei denen du handeln solltest:
- Der Igel ist verletzt oder blutet.
- Er wirkt auffällig schwach, apathisch oder torkelt.
- Fliegeneier oder Maden sind auf seinem Körper zu erkennen.
- Er ist stark abgemagert.
- Er liegt ungeschützt herum und reagiert kaum.
Auch tagsüber aktive Igel sollten aufmerksam beobachtet werden. Besonders bei auffälligem Verhalten ist fachkundiger Rat wichtig.
Unser Tipp: Kontaktiere bei einem hilfsbedürftigen Igel möglichst schnell eine igelerfahrene Wildtierstation oder Tierarztpraxis. Kranke und verletzte Tiere benötigen professionelle Hilfe. Eine Futterschale allein reicht dann nicht aus.
Kleine Unterstützung mit großer Wirkung: Igelfutter bei MEGAZOO
Gerade im Spätherbst kann geeignetes Zusatzfutter eine hilfreiche Ergänzung sein, wenn natürliche Nahrung knapp wird.
Bei MEGAZOO findest du auch Produkte für unsere heimischen Wildtiere, darunter spezielles Igelfutter und Igel-Snacks.
Wichtig ist dabei immer ein Blick auf die Zusammensetzung. Igel benötigen vor allem tierisches Eiweiß. Futtermischungen mit vielen Getreideflocken, Nüssen oder Trockenfrüchten sind ungeeignet. Auch Snacks sollten nur ergänzend und passend zum Bedarf eingesetzt werden.
In deinem MEGAZOO Markt beraten wir dich gerne zu geeigneten Produkten und dazu, wie du Igel sinnvoll unterstützen kannst.
Fazit
Igel brauchen unsere Aufmerksamkeit, besonders im Herbst. Doch manchmal ist die beste Hilfe überraschend einfach: ein bisschen Laub liegen lassen, einen sicheren Unterschlupf schaffen und für ausreichend natürliche Nahrung sorgen.
Wer zusätzlich füttern möchte, sollte dies gezielt und mit geeignetem Futter tun.
Denn jeder igelfreundliche Garten ist ein kleiner Beitrag zum Schutz unserer heimischen Wildtiere.
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